Bei nicht allzu stürmischen Wetterbedingungen ist ein Regenschirm manchmal komfortabler und leichter als der Ganzkörperschutz aus regendichter Kleidung. Konventionelle Schirme sind hierfür allerdings kaum geeignet. Viele sind schwer und knicken bei stärkerem Wind innerhalb von Sekunden ein. Nicht so die Trekkingschirme des deutschen Herstellers Eberhard Göbel GmbH+CO aus Ulm. Das Modell „Swing liteflex“ stand uns für einen Test zur Verfügung.
Schon bei der Betrachtung der technischen Daten wird schnell klar, dass der liteflex kein gewöhnlicher Schirm ist. Das Gestell besteht aus hochflexiblem Glasfasermaterial, das nahezu unzerbrechlich ist. Aus ähnlichem Material ist der beschichtete Stock des Schirmes gefertigt. Der Griff besteht aus sehr leichtem und griffigen EVA-Hartschaum und ist mit einem Rillenprofil versehen. Dadurch hat man auch bei Nässe ein trockenes Griffgefühl. Die Bespannung aus leichtem Polyestergewebe mit Teflonbeschichtung macht den Schirm nicht nur wasserdicht, sondern hat auch eine schmutzabweisende Wirkung.
Der Swing liteflex ist in acht verschiedenen Farben lieferbar. Unser getestetes Modell hat eine silber-metallic-Beschichtung. Das sieht nicht nur gut aus, sondern ist auch ideal für den Einsatz als Sonnenschirm. Die Beschichtung schützt gegen UV-Strahlung (entsprechend einem Lichtschutzfaktor von 50+) und reflektiert die Hitze – eine Wohltat gerade bei Wanderungen unter intensiver Sonneneinstrahlung. Der Schirmdurchmesser beträgt 114 cm bei einer Länge von 64 cm. Damit ist er groß genug, um Kopf und Oberkörper trocken zu halten.
Am erstaunlichsten aber ist das Gewicht des Swing liteflex: 206 g. Das ist wirklich extrem wenig! Kann ein solches Fliegengewicht überhaupt robust genug sein für den harten Trekkingeinsatz? Um das herauszufinden, habe ich mir den hohen Westerwald - wo ja bekanntlich der Wind so kalt pfeift - als Testrevier ausgesucht. Kurz nachdem der Orkan Kyrill über Deutschland gezogen war, sah es dort verheerend aus. Der Sturm hatte große Waldgebiete praktisch dem Erdboden gleichgemacht. Die Aufräumarbeiten gingen nur langsam voran, so dass Wanderungen kaum möglich waren, da umgestürzte Bäume praktisch sämtliche Wege blockierten.
Für einen Schirmtest aber war diese Bedingungen ideal: ergiebiger Regen zusammen mit stürmischem Wind. Eigentlich kein Wetter, bei beim man auch nur daran denkt, einen Schirm aufzuspannen. Aber ich wollte einfach wissen, was man dem Swing liteflex zumuten kann. Die obigen Filmaufnahmen sind auf der Staumauer der Talsperre Driedorf entstanden. Sie zeigen eindrucksvoll, wie stabil dieser Schirm ist. Selbst als eine besonders starke Windböe ihn praktisch vollständig zusammendrückte, hinterließ das fast keine bleibenden Schäden.
Lediglich an der Halterung, mit dem man das Gestänge aufspannt, hatten sich die Ösen etwas um die Stockachse verdreht und die Kunststoffenden leicht angeknickt. Das sieht man auch in nebenstehender Nahaufnahme. Der Schirm ist aber nach wie vor voll funktionsfähig.
Das Bild zeigt auch die bestechend einfache und robuste Konstruktion des Schirmes. Kein überflüssiger Schnickschnack, kein fehleranfälliger oder hakelnder Einrastmechanismus. Das Gestänge ist so konstruiert, dass es sich durch die eigene Spannung aufgespannt hält.
Fazit: Der Swing liteflex ist einer der leichtesten und robustesten Schirme auf dem Markt. Das macht ihn zum perfekten Begleiter für Tageswanderungen und moderate Trekkingtouren, sowohl bei strömendem Regen als auch unter brennender Sonne. Die ausgereifte Konstruktion ist auch im Detail durchdacht, nur die verstellbare Trageschlaufe könnte einige Zentimeter länger sein. Der Preis von 25 Euro geht in Ordnung.
Testergebnis:
Funktion (40%):
Gewicht (30%):
Verarbeitung (20%):
Preis (10%):
Gesamturteil:
Geschrieben von Stefan
am 22. April 2007 18:24 ·
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