Das Schnurstativ - Unverwackelte Bilder ohne Ballast
Die besten Fotos gelingen oft nur mit einem Stativ, das die Kamera fixiert und dadurch verwackelte Bilder verhindert. Es gibt zwar mittlerweile eine große Auswahl an Fotoapparaten mit eingebauten optischen oder digitalen Bildstabilisatoren, aber Wunder können diese technischen Tricks nicht vollbringen. Herkömmliche Stative scheiden für gewichtsbewußte Trekker von vornherein aus. Viele Modelle wiegen mehrere Kilogramm, und Ministative sind nur in bestimmten Fällen nützlich.
Will man dennoch scharfe Bilder machen, bietet sich folgender Trick an: das Schnurstativ. Schon seit Jahrzehnten in Fotobüchern beschrieben ist es eine einfache, preiswerte und vor allem leichte Möglichkeit, die Verwackelungsgefahr deutlich zu vermindern. Und das funktioniert so.
Nimm eine Schnur von ca. 4 m Länge. Ideal hierfür geeignet ist z.B. eine ganz normale Zeltleine. So muß man noch nicht einmal etwas zusätzlich einpacken. Knote an beiden Enden jeweils eine Schlaufe, die groß genug ist, damit ein Daumen hindurchpaßt. Die Schlaufe sollte sich nicht zuziehen können. Ein Palstek ist deshalb gut geeignet. Stecke einen Daumen durch die beiden Schlaufen, lass die Schnur auf den Boden fallen und stell dich mit beiden Beinen hinein. Spreiz die Beine soweit, dass du die Hand für das Foto noch ausreichend hoch halten kannst.
Nimm die Kamera in die Hand (im Bild duch einen Stein ersetzt), so dass die Schnur nicht abrutschen kann und ziehe nach das Ganze nach oben, bis die Leine straff gespannt ist. Halte während des Auslösens diese Spannung aufrecht. Natürlich nicht so stark, dass du anfängst, vor Anstrengung zu zittern. Entspanne den Rest von dir und drücke den Auslöser.
Dieser einfache Trick funktioniert erstaunlich gut. Durch die Anordnung bildet das Schnurstativ eine stabile Dreieckskonstruktion, woduch horizontale und vertikale Bewegungen fast vollständig verhindert werden. Als Erfahrungswert gilt, dass man mit dieser Methode die Belichtungszeit um den Faktor vier(!) länger halten kann als freihändig. Das entspricht immerhin zwei Blendenstufen.
Es gibt eine Reihe von Varianten, um Schnur und Kamera zu koppeln. Du kannst die beiden Schlaufen mit jeweils einem Daumen halten, oder einfach beide Schnurenden verknoten und die Schlinge über das Objektiv legen. Mit Hilfe einer Stativschraube kann man die Schnur auch direkt an der Kamera befestigen. Probier einfach aus, was für dich am besten funktioniert.
Geschrieben von Stefan
am 25. Februar 2006 23:12 ·
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